Zeichen setzen

Was im Moment in Deutschland, in Europa geschieht, erscheint unfassbar.

In vielerlei Hinsicht.

Und es scheint schwierig, Worte zu finden.

Die der Situation, den Menschen gerecht werden.

Die nicht banal klingen. Oder übertrieben.

Auch mir fällt es im Moment schwer, in Worte zu fassen, was ich fühle.

Angesichts des Leid. Das Menschen dazu bringt, ihr Land, ihr Leben hinter sich zu lassen.

Angesichts des Hasses, der diesen gepeinigten Menschen zum Teil entgegenschlägt.

Aber nicht zuletzt auch angesichts der großen, aufopfernden Hilfsbereitschaft, die sie erfahren.

Auch ich möchte helfen, werde helfen.

Mit meinen Bildern.

Gedruckt in zwei Kalendern für 2016.

Die Hälfte meines Gewinns am Verkauf der beiden Kalender werde ich daher spenden.

Für die Flüchtlinge, die nicht nur im Moment alle Hilfe brauchen, finanziell wie emotional.

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Alles echt?

Ein Bild ist ein Bild ist ein Bild.
Und was auf einem Bild zu sehen ist, existiert.
Ist passiert, ist wahr, ist unumstößliche Wahrheit.

Natürlich ist auch jede Auswahl eigene Interpretation.
Natürlich kennt sie jeder, die Beispiele staatstragender, bildlicher Propaganda.
Aber davon will ich nicht sprechen.

Nein, es geht mir um etwas anderes.
Die „Verschönerung“ eines Bildes per Computer.

Ich gestehe, ich war entsetzt.
Enttäuscht, verunsichert.
Damals, als mir zu Ohren kam, jedes Bild in GEO würde bearbeitet.
In der National Geographic sowieso.
Die Aushängeschilder meiner fotografischen Jugend machen Dinge, die ich weit von mir weisen würde.
Verändern, verfälschen.
Ein Schlag in die Magengrube, ganz tief.
Verbunden mit der Erkenntnis, dass es dann auch kein Wunder sei, warum die Bilder viel besser sind als meine.

Wie falsch ich lag.
Wie albern diese Gedanken waren.
Oder zumindest sehr, sehr eingeschränkt.
Kaum zu glauben.
Aus heutiger Perspektive.

Warum?
Weil ich mehr fotografiere.
Mehr über meine Bilder nachdenke.
Einem Trugschluss aufsaß.
Dachte, was aus der Kamera kommt ist wahr.

Pustekuchen.
Denn das, was aus der Kamera kommt, meine Interpretation.
Ich wähle Objektiv, Blende, Verschlusszeit, Standpunkt der Aufnahme.
Jede einzelne Entscheidung verändert das Bild.
Macht es zu meiner Wahrheit, zu meiner Aussage.
Zu meinem Bild.

Soweit nicht neu, war immer schon so.
Und ist allgemein akzeptiert.

Aber es geht weiter.
Auch nach der Aufnahme beinflusst jedes Detail das Bild, seine Wirkung.
Früher, in analogen Zeiten die Wahl des Entwicklers.
Die Wahl des Papiers.
Das Druckverfahren.
Jeder, der einmal einen Druckprozess live miterlebt hat, weiß, wie sich ein Bild im Druck verändern kann..
Die meisten, mich eingeschlossen, haben sich darum wenig Gedanken gemacht.
Haben die belichteten Filme abgegeben.
Und die Bilder oder Dias abgeholt.
Waren vom Ergebnis begeistert.
Oder auch nicht.

Wie viel ich dabei verschenkt habe, weiß ich erst heute.
Ich habe es anderen überlassen, mein Bild zu entwickeln.
Für mich zu interpretieren.
Für mich zu entscheiden.

Das würde ich heute nicht mehr tun.
Niemals.
Und ganz bestimmt nicht einer Kamera und ihren Algorithmen überlassen.
Mögen sie noch so intelligent sein.

Mein Bild gehört mir.
Und es soll so aussehen, wie ich es mir vorstelle.

Deshalb bin ich froh über die Möglichkeiten digitaler Entwicklung.
Glücklich über die Möglichkeit, den Prozess nicht wie früher anderen zu überlassen.
Froh über die Chance, dem Bild meine Sicht mitzugeben.

Und ich kann nur jeden ermutigen, selbst Hand anzulegen.
Die Entwicklung des Bildes nicht der Kamera zu überlassen.
Die eigene Handschrift zu entwickeln.
Selbst zu sehen, wie sich das Bild entfaltet.
Sich seine Schönheit entwickelt, sein Einzigartigkeit.

Alles wahr-1

Wieso, weshalb, warum….

Ein leeres Blatt Papier, irgendwie, zumindest im übertragenen Sinn.

Viele Gedanken, gemacht, verworfen, hervor gekramt, abgelegt. Nicht zu Ende gedacht. Konnten nicht. Wollten nicht.

Weil es sich entwickelt, entwickeln muss. Es keinen Anfang gibt, ohne anzufangen.

Ich aber wie ein Kaninchen vor der Schlange sitze. Nicht anfange. Mich lieber in sich wiederholenden Gedankenspielen verfange. Und alles beim Alten bleibt.

Selbst jetzt bleibt die Frage, wie fange ich an. Allerdings endlich gepaart mit einem Entschluss. Dem Gedanken Gestalt zu geben. Auch wenn er sich erst noch entwickeln muss.

Vieles ist noch unklar, liegt unter dem Schleier künftiger Entwicklungen verborgen.

Klar ist nur, ich möchte etwas Neues beginne, will, muss.

Zu oft stoße ich im Moment an selbst gesetzte Grenzen. Zu groß werden die Pausen. Zu eng der thematische Freiraum meines bisherigen Blogs.

Natürlich könnte ich den Blog erweitern, das Thema ausdehnen. Meine Gedanken, meine Regeln, mein Thema.

Will ich nur nicht.

Zu wichtig, zu klar, zu sehr in sich geschlossen. Und ich bin mir sicher, die fotografische Arbeit in und mit der Natur wird immer ein zentraler Punkt meines fotografischen Schaffens sein. Und dafür möchte ich, dafür brauche ich ein eigenes Forum.

Nur habe ich festgestellt, dass da mehr ist, mehr sein will.

Andere Themen, andere Gedanken, andere Projekte. Die Grenzen sprengen.

Eigene und bisherige digitale.

Deshalb Neu, deshalb Anders.

Ein Blog für mein fotografisches Unterwegs sein. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Wohin das führt, werde ich sehen, werden wir sehen.

Ich freue mich auf den Weg. Und natürlich auf und über alle, die diesen Weg begleiten.

 

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